USA kündigen weiteren NATO-Truppenabbau in Europa an
Die Vereinigten Staaten werden in den kommenden Jahren weitere Streitkräfte aus Europa abziehen. Das bestätigte der oberste NATO-Kommandeur, US-General Alexus Grynkewich, nach einem Treffen mit führenden Militärs in Brüssel. Einen konkreten Zeitplan nannte er nicht – der Prozess werde sich „über mehrere Jahre hinweg“ erstrecken.
Europäische Verbündete sollen Lücken schließen
Grynkewich begründete den schrittweisen Rückzug mit dem wachsenden Beitrag der europäischen NATO-Mitglieder zur kollektiven Verteidigung. „Da der europäische Pfeiler des Bündnisses stärker wird, ermöglicht dies den USA, ihre Präsenz in Europa zu reduzieren und sich darauf zu beschränken, nur jene entscheidenden Fähigkeiten bereitzustellen, die die Verbündeten bislang noch nicht selbst bereitstellen können“, erklärte der General.
Den Alliierten werde dabei ausreichend Zeit eingeräumt, die wegfallenden US-Einheiten durch eigene Kräfte zu ersetzen. Derzeit sind rund 80.000 US-Soldaten in Europa stationiert.
Bereits 5.000 Soldaten aus Deutschland abgezogen
Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte zuletzt angekündigt, etwa 5.000 Soldaten – möglicherweise auch deutlich mehr – aus Deutschland abzuziehen. Dem Schritt vorausgegangen war öffentliche Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der US-Strategie im Iran-Konflikt.
Der Truppenabbau ist damit nicht länger ein hypothetisches Szenario, sondern ein bereits laufender Vorgang mit erklärter Fortsetzungsabsicht.
Keine Mittelstreckenraketen in Deutschland – Vereinbarung von 2024 ausgesetzt
Grynkewich kündigte zudem an, dass die USA vorerst keine weitreichenden Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationieren werden. Die geplante Verlegung eines sogenannten „Long Range Fires Battalion“ werde nicht beginnen.
Eine Vereinbarung aus dem Jahr 2024 hatte ursprünglich vorgesehen, ab 2026 konventionelle Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden zu stationieren, die bis weit nach Russland reichen. Dazu sollten gehören:
Die Aussetzung dieser Pläne stellt eine erhebliche Abweichung von der bisherigen NATO-Abschreckungsstrategie dar und dürfte die laufenden Debatten über die künftige Lastenteilung innerhalb des Bündnisses weiter intensivieren.
