Trumps Iran-Aussagen: Widersprüche und wachsende Zweifel in Washington

US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag im Weißen Haus, er rechne nicht damit, dass der Iran einem für die Vereinigten Staaten akzeptablen Atomabkommen zustimmen werde. Die Aussage ist bemerkenswert. Sie steht in direktem Widerspruch zu früheren Behauptungen seiner eigenen Regierung über den Erfolg militärischer Operationen gegen das iranische Nuklearprogramm.

„Sie werden nicht die Art von Abkommen schließen, die ich für notwendig halte“, sagte Trump vor Reportern. Er fügte hinzu, der Iran baue derzeit eine Atombombe — eine Behauptung, die er ohne weitere Belege aufstellte und zu der keine Nachfragen zugelassen wurden. Da Journalisten keine Rückfragen stellen durften, blieb die faktische Grundlage dieser Einschätzung zunächst vollständig ungeklärt.

Der Kontrast zu früheren Aussagen ist erheblich. Im Juni 2025 hatten die USA unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“ gemeinsam mit Israel schwere Luftangriffe gegen iranische Nuklearanlagen geflogen, mit dem erklärten Ziel, die Kapazitäten zur Anreicherung waffenfähigen Urans dauerhaft zu zerstören. Die Operation war über viele Monate hinweg vorbereitet worden, maßgeblich unter Einbeziehung des israelischen Geheimdienstes Mossad. Unmittelbar danach verkündete Verteidigungsminister Pete Hegseth, die iranischen Atomambitionen seien „in Schutt und Asche gelegt“ worden — ein „unglaublicher, überwältigender Erfolg“, wie er damals im Pentagon erklärte.

Rund sechs Monate nach diesen Angriffen begannen die USA, erneut an der Seite Israels, einen weitergehenden Krieg gegen das Teheraner Regime, der bis heute andauert. Auch damals lautete die offizielle Begründung, man müsse verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange. Wenn Trump nun erklärt, der Iran baue eben jene Waffe, stellt sich die Frage nach der Kohärenz der gesamten strategischen Begründungskette unweigerlich.

Die innenpolitischen Spannungen sind nicht minder bedeutsam. US-Medienberichten zufolge soll Vizepräsident JD Vance bereits bei der ursprünglichen militärischen Kampagne erhebliche Vorbehalte geäußert haben. Im Wahlkampf hatten Trump und Vance gemeinsam versprochen, die „ewigen Kriege“ der Vorgängerregierungen ein für alle Mal zu beenden. Dieser Anspruch steht nun in einem schwer auflösbaren Spannungsverhältnis zur militärischen Realität im Nahen Osten.

Die strategische Logik, die Washington in diesen Konflikt geführt hat, weist damit an mehreren Stellen Risse auf. Ob die Angriffe vom Juni 2025 ihr erklärtes Ziel tatsächlich erreicht haben, bleibt — angesichts der jüngsten Äußerungen des Präsidenten selbst — eine offene und folgenreiche Frage.