US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social einen Kartenausschnitt veröffentlicht, auf dem die Straße von Hormus mit der Aufschrift „New U.S. Territory“ versehen ist. Die Veröffentlichung folgt auf mehrere widersprüchliche Äußerungen aus dem Weißen Haus innerhalb weniger Tage und verstärkt die diplomatischen Spannungen rund um eine der strategisch bedeutsamsten Meerengen der Welt.
Trump hatte die Idee erstmals am Freitag bei einer öffentlichen Veranstaltung geäußert, wo er ankündigte, die Meerenge „bald“ zum US-Territorium erklären zu wollen. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte daraufhin gegenüber dem Wall Street Journal, es habe sich um einen Scherz gehandelt. Am Montag jedoch bekräftigte Trump im Oval Office gegenüber Reportern seine Position: „Wir kontrollieren sie mit der Blockade, und mir gefällt die Idee, sie zum Territorium zu erklären.“
Trump behauptete zugleich, die Meerenge sei derzeit „offen und in Betrieb“ und alle Seeminen seien beseitigt oder zur Explosion gebracht worden. Laufende oder geplante Gespräche mit dem Iran schloss er aus. Die Seeblockade, so Trump, bleibe „vollständig in Kraft und wirksam“.
Was sagt Teheran dazu?
Die iranische Seite widerspricht dieser Darstellung entschieden. Irans Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte, die Meerenge werde erst wieder geöffnet, wenn die USA ihre im Rahmen eines Memorandum of Understanding eingegangenen Verpflichtungen erfüllt hätten. Er nannte vier konkrete Bedingungen: die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, das Ende des Ölembargos sowie die Einstellung aller US-Militäroperationen in der Region.
Der iranische Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi formulierte auf der Plattform X unmissverständlich: „Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben.“ Nach der Veröffentlichung der Trump-Karte bezeichnete Gharibabadi den Territorialanspruch als „Wahnvorstellung“.
Die Straße von Hormus ist seit dem 28. Februar de facto geschlossen — dem Tag, an dem die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran begannen. Teheran verlangt seitdem eine Durchfahrtsgenehmigung sowie eine Maut. Da die Meerenge zu den bedeutendsten Transitrouten für den globalen Ölhandel zählt, sind die Energiepreise weltweit deutlich gestiegen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten unterdessen iranische Raketenangriffe, bei denen zwei ballistische Geschosse abgefangen oder ins Meer gestürzt seien. Die Emirate reagierten mit einem vollständigen Stopp ihrer Handels- und Finanzbeziehungen zu Teheran. Im Pentagon wird parallel eine mögliche Reduzierung der US-Truppenpräsenz im Nahen Osten geprüft — ein Signal, das die Unklarheit über die strategische Ausrichtung Washingtons in der Region weiter vertieft.
