Meyer Werft: Bundesbürgschaft soll Milliarden-Auftrag der MSC absichern

Die Bundesregierung stellt eine staatliche Bürgschaft in Aussicht, um einen Großauftrag der Schweizer Reederei MSC an die Meyer Werft in Papenburg abzusichern. Das Unternehmen MSC, einer der weltgrößten Kreuzfahrtkonzerne, plant die Bestellung von vier bis sechs Kreuzfahrtschiffen bei der niedersächsischen Werft, ein Vorhaben, das das Auftragsvolumen in den Milliardenbereich heben und die Werft nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld bis ins Jahr 2035 auslasten würde. Die staatliche Absicherung gilt dabei als zentrale Voraussetzung für das Zustandekommen des Vertrags, da Projekte dieser Größenordnung regelmäßig eine Exportkreditgarantie oder vergleichbare Instrumente der öffentlichen Hand erfordern.

Die Meyer Werft, die seit Jahrzehnten zu den führenden Kreuzfahrtschiffbauern weltweit zählt, hatte zuletzt mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, die unter anderem auf gestiegene Energie- und Materialkosten sowie auf Verzögerungen im Nachgang der Pandemiejahre zurückzuführen sind. Ein Auftrag in diesem Umfang käme damit zu einem strategisch bedeutsamen Zeitpunkt für den Standort Papenburg und die dort beschäftigten rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Sicherung der Werft war zuletzt auch Gegenstand politischer Debatten auf Landes- und Bundesebene, wobei sowohl Berlin als auch Hannover ein erklärtes Interesse an der Fortführung des Betriebs signalisierten.

MSC, mit Sitz in Genf und im Besitz der Aponte-Familie, betreibt eine der am schnellsten wachsenden Kreuzfahrtflotten der Welt und hat in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in neue Schiffskapazitäten getätigt. Die Entscheidung, erneut auf die Meyer Werft zu setzen, würde die langjährige Geschäftsbeziehung zwischen beiden Unternehmen fortschreiben. Ob und in welcher genauen Form die Bundesbürgschaft letztlich gewährt wird, blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch offen; Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien sollen jedoch weit fortgeschritten sein.