Wolfgang Kubicki gibt Zehn-Prozent-Ziel für FDP aus
Der neu gewählte FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki hat beim Festakt zum 80-jährigen Bestehen der FDP Schleswig-Holstein in Kiel ein klares Ziel formuliert: Die Liberalen sollen bei künftigen Wahlen zehn Prozent der Stimmen erreichen. Die Veranstaltung fand kurz nach seiner Wahl zum Parteichef auf dem Bundesparteitag in Berlin statt.
Kubicki antwortet auf Merz‘ Abgesang
Kubicki reagierte damit direkt auf eine Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der die FDP für politisch tot erklärt hatte. Diese Einschätzung habe bei ihm und den rund 70.000 Parteimitgliedern den Willen gestärkt, das Gegenteil zu beweisen: „Das werden wir euch zeigen“, sagte der 74-Jährige.
Den ersten Schritt sieht Kubicki als getan an – das eigentliche „Tageswerk“ sei jedoch erst bei einem Stimmenanteil von zehn Prozent erfüllt. „Es ist jetzt nicht das Ende, sondern der Anfang“, betonte er.
Wirtschaftspolitische Warnung
Kubicki nutzte die Rede auch für eine wirtschaftspolitische Lageeinschätzung. Zahlreiche Menschen in Deutschland hätten Existenzsorgen und könnten nicht in die Zukunft planen; die Unternehmen befänden sich am „Existenzminimum“.
„Wenn wir nicht schnell wirtschaftspolitisch umsteuern, dann stehen wir nicht am Abgrund, sondern sind einen Schritt weiter“, warnte er. Die Aussage unterstreicht den wirtschaftsliberalen Kurs, den Kubicki als Parteivorsitzender verfolgen will.
Personeller Neuanfang – der zweite in zwölf Monaten
Kubicki war am Sonntag auf dem Bundesparteitag in Berlin in einer Kampfkandidatur gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt worden. Mit seiner Wahl vollzieht die FDP den zweiten personellen Neuanfang innerhalb von zwölf Monaten.
Nach dem Scheitern der Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte zunächst der frühere Fraktionsvorsitzende Christian Dürr die Parteiführung übernommen – Kubicki war zu diesem Zeitpunkt Vizechef.
Lindner appelliert zur Geschlossenheit
Der frühere Finanzminister und langjährige FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner sprach ebenfalls beim Festakt in Kiel. Er wünschte Kubicki „Fortune“ und rief alle „freiheitsliebenden Menschen innerhalb und außerhalb der FDP“ dazu auf, sich hinter dem neuen Vorsitzenden zu versammeln.
Die Veranstaltung in Kiel bezeichnete Lindner als „ersten Schritt zum Comeback“ der Liberalen.
