China dringt erstmals in taiwanische Gewässer um die Insel Taiping ein

Neue Eskalation im Südchinesischen Meer

Zwei chinesische Schiffe sind nach Angaben der taiwanischen Küstenwache erstmals in die sogenannten „verbotenen Gewässer“ um die Insel Taiping im Südchinesischen Meer eingedrungen. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag und dauerte nach offiziellen Angaben rund 15 Minuten, bevor die Küstenwache die Schiffe zum Abzug veranlasste.

Geographischer und geopolitischer Kontext

Taiping ist die größte Insel des Spratly-Archipels und wird von Taiwan kontrolliert. Die taiwanische Küstenwache definiert einen Radius von vier Kilometern um die Küste als „verbotene Gewässer“. Das Archipel selbst ist Gegenstand konkurrierender Gebietsansprüche seitens Chinas, der Philippinen und Vietnams.

China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich – ein Anspruch, der 2016 vom Ständigen Schiedshof in Den Haag als völkerrechtswidrig eingestuft wurde, den Peking jedoch bis heute nicht anerkennt.

Einordnung in eine Serie von Zwischenfällen

Der Vorfall folgt unmittelbar auf einen chinesischen „Sicherheitseinsatz“ in Gewässern östlich von Taiwan, der bereits zu erhöhten Spannungen in der Region geführt hatte. Eine zeitliche Häufung solcher Aktionen lässt sich seit Monaten beobachten.

Peking betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und behält sich ausdrücklich den Einsatz militärischer Mittel zur sogenannten „Wiedervereinigung“ vor. Taiwan hingegen verfügt über eine eigenständige demokratische Regierung und eigene Streitkräfte.