Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz verlässt Ende August sein Amt
Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, wird sein Amt Ende August 2025 niederlegen. Laut einem Bericht des Handelsblatts unter Berufung auf Finanzkreise hat Balz bereits vor längerer Zeit entschieden, auf eine zweite Amtszeit zu verzichten und eine neue berufliche Tätigkeit aufzunehmen.
Das Vorschlagsrecht für die Nachbesetzung des Postens liegt demnach bei den Grünen in Baden-Württemberg. Eine rasche Neubesetzung gilt Insidern zufolge jedoch als unwahrscheinlich: In der grün-schwarzen Koalition in Stuttgart stünden zunächst andere drängende politische Themen auf der Agenda.
Mehrere Kandidaten im Gespräch
Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge gilt laut dem Bericht Moritz Kraemer, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Kraemer verfügt über umfangreiche Erfahrung in der makroökonomischen Analyse und im internationalen Finanzbereich.
Daneben wird auch Hans-Peter Burghof, Professor an der Universität Hohenheim mit Schwerpunkt Bankwirtschaft, als möglicher Kandidat gehandelt.
In Finanzkreisen werden darüber hinaus zwei weitere Namen diskutiert:
Hintergrund: Politisches Vorschlagsrecht bei Bundesbank-Besetzungen
Die Besetzung von Bundesbank-Vorstandspositionen folgt in der Praxis einem informellen politischen Proporzsystem, bei dem Bundesregierung und Länder Vorschlagsrechte geltend machen. Die formelle Ernennung erfolgt durch den Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung. Eine Verzögerung bei der Nachbesetzung könnte die operative Kontinuität im Direktorium der Bundesbank beeinflussen.
